
Wechsel an der Spitze der Stadtwerke
Das Wirken von Bernd Lenz bei den Stadtwerken ist vor
allem eng mit der Erfolgsgeschichte des Andernacher Hafens
verbunden, der mittlerweile der Größte am Mittelrhein ist. Das
rasante Wachstum begann im Jahr 2000 mit dem Einstieg ins
Containergeschäft. Damals wurden gerade einmal 7000 TEU (20 Fuß
große Container) umgeschlagen. Jahr für Jahr knackte der Hafen
einen Rekord nach dem anderen. Etwa 70 000 TEU waren es im Jahr
2008, knapp 81 000 TEU im Jahr 2010 und für dieses Jahr werden
96 000 TEU erwartet. Der Gesamtumschlag ist inzwischen auf mehr
als drei Millionen Tonnen im Jahr gestiegen. Möglich wurde das
alles unter anderem auch, weil unter Lenz’ Ägide vor wenigen
Jahren etwa 18 Millionen Euro in die Erweiterung des Hafens
gesteckt wurden. Das Hafenbecken und die Einfahrt wurden
vergrößert. Eine 50-Tonnen-Containerbrücke und ein neuer
riesiger Lagerplatz kamen hinzu. Entstanden ist ein modernes
KLV-Containerterminal (KLV = Kombinierter Ladungsverkehr -
Schiff, Schiene, Straße) samt neuem Gebäude, in dem auch die
Wasserschutzpolizei untergebracht ist.
Aber auch die Neuausrichtung der Strom- und
Gasversorgung in Partnerschaft mit dem RWE, die Sicherung der
Wasserversorgung, die Ausrichtung des Hallenbads als reines
Sportbad und die Modernisierung des Stadtlinienverkehrs tragen
die Handschrift von Bernd Lenz. Unter ihm wurden die elf
Betriebszweige und Wirtschaftsbereiche der verschiedenen
städtischen Gesellschaften in die Stadtwerke integriert. Als er
im Jahr 1988 die Geschäftsführung der Stadtwerke übernahm,
betrug die Bilanzsumme rund 17,5 Millionen Euro. Jetzt liegt sie
bei rund 56,6 Millionen Euro - eine Steigerung um 222 Prozent.
Die Umsatzerlöse sind von 5,9 auf 14,9 Millionen Euro gestiegen
- ein Plus von 152 Prozent.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Stadtwerke,
Oberbürgermeister Achim Hütten, betonte im Beisein des
stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden, Bürgermeister Claus
Peitz, dass Lenz äußerst erfolgreich gearbeitet hat. Lenz hat
Visionen, die er zielstrebig umsetzt, so der OB. Das Verhältnis
ist durch gegenseitiges Vertrauen geprägt - das Fundament für
die erfolgreiche Arbeit.
Bernd Lenz (geb. 1944):
1959-1962 Lehre zum Groß- und Außenhandelskaufmann
1966-1969 berufsbegleitend über den zweiten
Bildungsweg Qualifizierung zum Studium
1969-1972 Studium an der Fachhochschule in Mainz -
Studienschwerpunkte Management/Unternehmensführung und
Rechnungswesen
1972-1979 Beschäftigung in der Konzernzentrale eines
internationalen Lebensmittel-/Getränkekonzerns innerhalb der
betriebswirtschaftlichen Abteilung/Controlling; Umstellung auf
EDV; verantwortlich für die Organisation im Konzern
1979 Einstellung bei den Stadtwerken/städtischen
Gesellschaften - Leitung Rechnungswesen, Aufbau einer
betriebswirtschaftlichen Abteilung, Einführung EDV,
Wirtschaftsförderung
1983 Geschäftsführer Stadtentwicklungsgesellschaft,
Geschäftsführer Kommunale Betriebs- und Verwaltungsgesellschaft
mbH und Geschäftsführer Kommunale Betriebsgesellschaft Andernach
GmbH & Co KG
1987 Gründung der Holding Städtische
Beteiligungsgesellschaft und Berufung zu deren Geschäftsführer
1988 zusätzliche Bestellung zum Geschäftsführer der
Stadtwerke GmbH
1986-1989 handwerkliche Ausbildung
1989-1990 Fachabitur
1990-1995 Studium der Ingenieurwissenschaften an der
Fachhochschule Münster - Abschluss als Diplom-Ingenieur
1995-1999 Projektleiter im Anlagenbau in einem
Industrieunternehmen
seit 2000 Stadtwerke Andernach, Leiter
Versorgungsbetriebe, ab 2004 technischer Leiter
2003-2005 berufsbegleitendes Fernstudium an der
Fachhochschule Koblenz, RheinAhrCampus Remagen - Abschluss:
Diplom-Wirtschaftsingenieur
2001
Abitur
2002-2004
Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Kreissparkasse Mayen
2002-2011
Kreissparkasse Mayen, u.a. Projektleitungen
(Personalbereich, Zins- und Währungsmanagement),
Firmenkundenbetreuer
2004-2008
berufsbegleitendes Studium zum Bachelor of Finance an der
Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe, Bonn
2009-2011
berufsbegleitendes Studium zum Master of Business
Administration (MBA) an der Hochschule der
Sparkassen-Finanzgruppe, Bonn, in dessen Rahmen: Teilnahme am
Programm „The Global Village for Future Leaders of Business and
Industry 2010“ der Lehigh University , Bethlehem, Pennsylvania ,
USA
2009-2011 Aufsichtsratsmitglied Stadtwerke
2004-2011 Mitglied des Andernacher Stadtrats
Die Stadtwerke Andernach sind zuständig für die Strom-, Gas-, Wasser- und Fernwärmeversorgung, für den Hafen, die Rheinfähre, das Hallenbad, die beiden Parkhäuser und für die Mittelrheinhalle/Parkhotel. Das Zugpferd ist der Hafen. Der Andernacher Hafen ist mit einem Umschlagsvolumen zwischen 2,7 und 3,2 Millionen Tonnen pro Jahr mittlerweile zwischen Ludwigshafen und Köln der größte Hafen am Mittelrhein. Er bietet auf einer Gesamtfläche von etwa 370 Hektar verschiedene Umschlagsmöglichkeiten für Binnenschiff, Lkw und Schiene. Insgesamt elf Krananlagen mit einer Tragfähigkeit von fünf bis 50 Tonnen sowie verschiedene mobile Einsatzmaschinen sorgen für einen wirtschaftlichen Umschlag. Zur Ausrüstung des Hafens gehören ferner 8500 Quadratmeter befestigte Lagerflächen, vier überdachte Lagerhallen für nässeempfindliche Schüttgüter und darüber hinaus Lagermöglichkeiten in 32 verschließbaren Hochsilos mit einer Kapazität von insgesamt 6000 Kubikmetern.
Etwa 50 Güterarten werden im Andernacher
Hafen umgeschlagen. Hauptumschlagsgüter sind Eisen, Stahl,
Nichtedelmetalle, Steine und Erden sowie Mineralöle. Knapp 5,3
Kilometer Gleisanschluss bieten im Hafen neben den gut
angebundenen Verkehrsstraßen und umfangreichen Kaiflächen dem
Umschlagskunden optimale Verlademöglichkeiten.
Rund 18 Millionen Euro haben die Stadtwerke
Andernach erst kürzlich für die Erweiterung der Hafenanlagen
investiert. Entstanden ist ein modernes trimodales
KLV-Containerterminal (KLV = Kombinierter Ladungsverkehr, also
die Kombination aus Schiff, Straße und Schiene) mit neuer
50-Tonnen-Containerbrücke und ein neues Hafengebäude. Die 15 000
Quadratmeter Fläche des alten Terminals reichten für eine
weitere Expansion vor allem im Bereich des Containergeschäfts
nicht aus. Jetzt stehen 42 000 Quadratmeter mit einer
Lagerkapazität für 4000 TEU zur Verfügung. 800 Meter neue
Gleisstrecke können am Terminal genutzt werden. Eine innovative
IT-Steuerung der Gesamtanlage sowie vier leistungsfähige
Reach-Stacker (fahrbare Container-Stapler) mit 45 Tonnen
Tragfähigkeit runden die moderne Infrastruktur ab.
Zudem wurde das Hafenbecken auf einer Länge
von 125 Metern erweitert. Die Hafeneinfahrt ist jetzt so groß,
dass auch 185 Meter lange Schubverbände die Umschlagsanlagen
problemlos erreichen können. Die Fertigstellung des neuen „CSA
Container Servicecenters Andernach“ ist der Startschuss für
weiteres Wachstum des Hafenstandortes. Durch die großen
Lagerflächen, die im Bereich des neuen Hafens hochwasserfrei
angeboten werden können, gilt der Hafen besonders für qualitativ
hochwertige Güter als sicherer Umschlagsort. Dies auch deshalb,
weil Andernach als einer der ersten Binnenhäfen in Deutschland
den Stückgut- und Containerumschlagsbereich entsprechend den
US-amerikanischen ISPS-Sicherheitsanforderungen mit Zäunen und
überwachten Toranlagen ausgerüstet hat, die nunmehr auch um das
neue Areal erweitert wurden. Andernach ist im Liniennetz von H&S
ContainerLine mit jeweils drei Abfahrten in der Woche nach
Antwerpen durch modernste Schiffslogistik eingebunden.
Zusätzlich wird das Terminal regelmäßig vom Oberrheindienst
„Blue Arrow Line“ angefahren.
Stadtverwaltung Andernach