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Bernd Lenz (Mitte) war 23 Jahre lang Geschäftsführer der Stadtwerke. Ihm folgt mit Jan Deuster (2. von links) und Lars Hörnig (2. von rechts) eine Doppelspitze, die vom Vorsitzenden des Aufsichtsrats, Oberbürgermeister Achim Hütten (links), und dem stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden, Bürgermeister Claus Peitz (rechts), vorgestellt wurde. Foto: Stadtverwaltung/Maurer

Wechsel an der Spitze der Stadtwerke

 Bernd Lenz geht - Jan Deuster und Lars Hörnig neue Geschäftsführer 

 Andernach. 23 Jahre lang stand Bernd Lenz als Geschäftsführer an der Spitze der Andernacher Stadtwerke. Jetzt geht der 67-Jährige in den Ruhestand. Ihm folgt eine Doppelspitze: Jan Deuster, bisher technischer Leiter des Stadtwerke, und Lars Hörnig, zuletzt Projektleiter bei der Kreissparkasse Mayen, übernehmen jetzt gemeinschaftlich das Ruder der Stadtwerke.

Das Wirken von Bernd Lenz bei den Stadtwerken ist vor allem eng mit der Erfolgsgeschichte des Andernacher Hafens verbunden, der mittlerweile der Größte am Mittelrhein ist. Das rasante Wachstum begann im Jahr 2000 mit dem Einstieg ins Containergeschäft. Damals wurden gerade einmal 7000 TEU (20 Fuß große Container) umgeschlagen. Jahr für Jahr knackte der Hafen einen Rekord nach dem anderen. Etwa 70 000 TEU waren es im Jahr 2008, knapp 81 000 TEU im Jahr 2010 und für dieses Jahr werden 96 000 TEU erwartet. Der Gesamtumschlag ist inzwischen auf mehr als drei Millionen Tonnen im Jahr gestiegen. Möglich wurde das alles unter anderem auch, weil unter Lenz’ Ägide vor wenigen Jahren etwa 18 Millionen Euro in die Erweiterung des Hafens gesteckt wurden. Das Hafenbecken und die Einfahrt wurden vergrößert. Eine 50-Tonnen-Containerbrücke und ein neuer riesiger Lagerplatz kamen hinzu. Entstanden ist ein modernes KLV-Containerterminal (KLV = Kombinierter Ladungsverkehr - Schiff, Schiene, Straße) samt neuem Gebäude, in dem auch die Wasserschutzpolizei untergebracht ist.

Aber auch die Neuausrichtung der Strom- und Gasversorgung in Partnerschaft mit dem RWE, die Sicherung der Wasserversorgung, die Ausrichtung des Hallenbads als reines Sportbad und die Modernisierung des Stadtlinienverkehrs tragen die Handschrift von Bernd Lenz. Unter ihm wurden die elf Betriebszweige und Wirtschaftsbereiche der verschiedenen städtischen Gesellschaften in die Stadtwerke integriert. Als er im Jahr 1988 die Geschäftsführung der Stadtwerke übernahm, betrug die Bilanzsumme rund 17,5 Millionen Euro. Jetzt liegt sie bei rund 56,6 Millionen Euro - eine Steigerung um 222 Prozent. Die Umsatzerlöse sind von 5,9 auf 14,9 Millionen Euro gestiegen - ein Plus von 152 Prozent. 

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Stadtwerke, Oberbürgermeister Achim Hütten, betonte im Beisein des stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden, Bürgermeister Claus Peitz, dass Lenz äußerst erfolgreich gearbeitet hat. Lenz hat Visionen, die er zielstrebig umsetzt, so der OB. Das Verhältnis ist durch gegenseitiges Vertrauen geprägt - das Fundament für die erfolgreiche Arbeit.

 Zur Person: 

Bernd Lenz (geb. 1944):

1959-1962 Lehre zum Groß- und Außenhandelskaufmann

1966-1969 berufsbegleitend über den zweiten Bildungsweg Qualifizierung zum Studium

1969-1972 Studium an der Fachhochschule in Mainz - Studienschwerpunkte Management/Unternehmensführung und Rechnungswesen

1972-1979 Beschäftigung in der Konzernzentrale eines internationalen Lebensmittel-/Getränkekonzerns innerhalb der betriebswirtschaftlichen Abteilung/Controlling; Umstellung auf EDV; verantwortlich für die Organisation im Konzern

1979 Einstellung bei den Stadtwerken/städtischen Gesellschaften - Leitung Rechnungswesen, Aufbau einer betriebswirtschaftlichen Abteilung, Einführung EDV, Wirtschaftsförderung

1983 Geschäftsführer Stadtentwicklungsgesellschaft, Geschäftsführer Kommunale Betriebs- und Verwaltungsgesellschaft mbH und Geschäftsführer Kommunale Betriebsgesellschaft Andernach GmbH & Co KG

1987 Gründung der Holding Städtische Beteiligungsgesellschaft und Berufung zu deren Geschäftsführer

1988 zusätzliche Bestellung zum Geschäftsführer der Stadtwerke GmbH

 Jan Deuster (geb. 1968)

1986-1989 handwerkliche Ausbildung

1989-1990 Fachabitur

1990-1995 Studium der Ingenieurwissenschaften an der Fachhochschule Münster - Abschluss als Diplom-Ingenieur

1995-1999 Projektleiter im Anlagenbau in einem Industrieunternehmen

seit 2000 Stadtwerke Andernach, Leiter Versorgungsbetriebe, ab 2004 technischer Leiter

2003-2005 berufsbegleitendes Fernstudium an der Fachhochschule Koblenz, RheinAhrCampus Remagen - Abschluss: Diplom-Wirtschaftsingenieur

 Lars Hörnig (geb. 1981)

2001               Abitur

2002-2004    Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Kreissparkasse Mayen

2002-2011    Kreissparkasse Mayen, u.a. Projektleitungen (Personalbereich, Zins- und Währungsmanagement), Firmenkundenbetreuer

2004-2008    berufsbegleitendes Studium zum Bachelor of Finance an der Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe, Bonn

2009-2011    berufsbegleitendes Studium zum Master of Business Administration (MBA) an der Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe, Bonn, in dessen Rahmen: Teilnahme am Programm „The Global Village for Future Leaders of Business and Industry 2010“ der Lehigh University , Bethlehem, Pennsylvania , USA

2009-2011 Aufsichtsratsmitglied Stadtwerke

2004-2011 Mitglied des Andernacher Stadtrats

 Die Stadtwerke:

Die Stadtwerke Andernach sind zuständig für die Strom-, Gas-, Wasser- und Fernwärmeversorgung, für den Hafen, die Rheinfähre, das Hallenbad, die beiden Parkhäuser und für die Mittelrheinhalle/Parkhotel. Das Zugpferd ist der Hafen. Der Andernacher Hafen ist mit einem Umschlagsvolumen zwischen 2,7 und 3,2 Millionen Tonnen pro Jahr mittlerweile zwischen Ludwigshafen und Köln der größte Hafen am Mittelrhein. Er bietet auf einer Gesamtfläche von etwa 370 Hektar verschiedene Umschlagsmöglichkeiten für Binnenschiff, Lkw und Schiene. Insgesamt elf Krananlagen mit einer Tragfähigkeit von fünf bis 50 Tonnen sowie verschiedene mobile Einsatzmaschinen sorgen für einen wirtschaftlichen Umschlag. Zur Ausrüstung des Hafens gehören ferner 8500 Quadratmeter befestigte Lagerflächen, vier überdachte Lagerhallen für nässeempfindliche Schüttgüter und darüber hinaus Lagermöglichkeiten in 32 verschließbaren Hochsilos mit einer Kapazität von insgesamt 6000 Kubikmetern.

Etwa 50 Güterarten werden im Andernacher Hafen umgeschlagen. Hauptumschlagsgüter sind Eisen, Stahl, Nichtedelmetalle, Steine und Erden sowie Mineralöle. Knapp 5,3 Kilometer Gleisanschluss bieten im Hafen neben den gut angebundenen Verkehrsstraßen und umfangreichen Kaiflächen dem Umschlagskunden optimale Verlademöglichkeiten.

Rund 18 Millionen Euro haben die Stadtwerke Andernach erst kürzlich für die Erweiterung der Hafenanlagen investiert. Entstanden ist ein modernes trimodales KLV-Containerterminal (KLV = Kombinierter Ladungsverkehr, also die Kombination aus Schiff, Straße und Schiene) mit neuer 50-Tonnen-Containerbrücke und ein neues Hafengebäude. Die 15 000 Quadratmeter Fläche des alten Terminals reichten für eine weitere Expansion vor allem im Bereich des Containergeschäfts nicht aus. Jetzt stehen 42 000 Quadratmeter mit einer Lagerkapazität für 4000 TEU zur Verfügung. 800 Meter neue Gleisstrecke können am Terminal genutzt werden. Eine innovative IT-Steuerung der Gesamtanlage sowie vier leistungsfähige Reach-Stacker (fahrbare Container-Stapler) mit 45 Tonnen Tragfähigkeit runden die moderne Infrastruktur ab.

Zudem wurde das Hafenbecken auf einer Länge von 125 Metern erweitert. Die Hafeneinfahrt ist jetzt so groß, dass auch 185 Meter lange Schubverbände die Umschlagsanlagen problemlos erreichen können. Die Fertigstellung des neuen „CSA Container Servicecenters Andernach“ ist der Startschuss für weiteres Wachstum des Hafenstandortes. Durch die großen Lagerflächen, die im Bereich des neuen Hafens hochwasserfrei angeboten werden können, gilt der Hafen besonders für qualitativ hochwertige Güter als sicherer Umschlagsort. Dies auch deshalb, weil Andernach als einer der ersten Binnenhäfen in Deutschland den Stückgut- und Containerumschlagsbereich entsprechend den US-amerikanischen ISPS-Sicherheitsanforderungen mit Zäunen und überwachten Toranlagen ausgerüstet hat, die nunmehr auch um das neue Areal erweitert wurden. Andernach ist im Liniennetz von H&S ContainerLine mit jeweils drei Abfahrten in der Woche nach Antwerpen durch modernste Schiffslogistik eingebunden. Zusätzlich wird das Terminal regelmäßig vom Oberrheindienst „Blue Arrow Line“ angefahren.

  Christoph Maurer

 Presse- und Öffentlichkeitsarbeit -

Stadtverwaltung Andernach