JAHRHUNDERTSOMMER FÜHRTE 2018 IM HAFEN ANDERNACH ZU UMSCHLAGSRÜCKGANG

Start ins Jahr 2019 mit deutlichem Mengenzuwachs

Der „Jahrhundertsommer“ 2018 und die damit verbundene Niedrigwasserphase gingen nicht spurlos am Andernacher Rheinhafen vorbei. Gegenüber dem Vorjahr wurden 2018 mit 2.569.215 t rund 500.000 t weniger verladen. Der Hafen in Andernach bleibt auch mit dieser Größenordnung einer der umschlagsstärksten Binnenhäfen in Rheinland-Pfalz und ein bedeutender Logistikstandort in der Region.

Insbesondere die Schütt- und Stückgutverladung verzeichnete 2018 deutliche Mengenrückgänge, in den Monaten des extremen Niedrigwassers um bis zu 50% im Vorjahresvergleich. „Unsere Kunden und wir hätten gerne mehr umgeschlagen. Grundsätzlich waren Bedarf und Nachfrage in etwa auf Vorjahresniveau. Die Wasserstände haben uns einen Strich durch die Rechnung gemacht“, erläutert der kaufmännische Geschäftsführer der Stadtwerke Lars Hörnig. Anker im Jahr 2018 waren die Umschlagsaktivitäten im trimodalen Containerterminal „Containerservice Andernach“ (CSA). Mit 127.000 TEU (Twenty feet equivalent unit) lagen die Mengen nur geringfügig unter dem Vorjahreswert.

Der Mengenrückgang führte zu einem Umsatzrückgang von rund 1.000.000 €, der durch gesteigerte Einnahmen aus der Vermietung und Verpachtung teilweise aufgefangen werden konnte. „Die 2017 durch den Zukauf des Drünert-Areals realisierte Erweiterung der Hallen- und Freiflächen hat sich im abgeschlossenen Jahr bereits ausgezahlt. Die Vermarktung lief sehr gut und wir konnten unser Dienstleistungsgeschäft ausweiten“, stellt Hörnig dar. Die Hallen- und Freiflächen wollen die Stadtwerke als Hafenbetreiber auch strategisch nutzen: „In Zeiten normaler Wasserstände können Kunden den Andernacher Hafen als Zwischenlager nutzen, um in Phasen extremer Wasserstände unabhängiger zu sein.“, so Lars Hörnig. Die Gesamtentwicklung führt dazu, dass die Betriebssparte Rheinhafen nach vier wirtschaftlich positiven Jahren in 2018 einen Verlust von rund 600.000 € erzielen wird. Insgesamt werden die Stadtwerke dennoch ein positives Ergebnis ausweisen können.

Die extreme Niedrigwasserphase hatte auch Einfluss auf Betriebsabläufe sowie die Investitions- und Sanierungsmaßnahmen. Jan Deuster, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke, schildert: „Durch die Wasserstände steuerten viele Schiffe nur mit einem Bruchteil der Regelladung unseren Hafen an. Für den Betriebsablauf war das hohe Schiffsaufkommen eine besondere Herausforderung. Unsere Mitarbeiter haben hier mit ihrer Flexibilität herausragende Arbeit geleistet.“ Im Jahr 2018 investierten die Stadtwerke rund 1.600.000 Euro in den Hafen. Neben der Neuorganisation der Energieversorgung im Stromhafen und der Errichtung einer LKW-Wartespur im Containerterminal betreffen die Investitionen im Wesentlichen die Ersatzbeschaffung von Verladegeräten sowie Maßnahmen rund um Lagerhallen und Lagerplätze. „In 2018 haben wir unsere Flotte der mobilen Verladegeräte erneuert und erweitert. Mit einem Auftragsvolumen von insgesamt rund 3.000.000 Euro sehen wir uns hier für die Zukunft gut aufgestellt.“, erläutert Jan Deuster und ergänzt: „Ein Meilenstein war sicherlich die Beschaffung unseres ersten Verladebaggers. Diese Anschaffung wird insbesondere unsere Flexibilität und unsere Effizienz im Bereich der Schüttgutverladung noch weiter verbessern.“

2019 erwarten die Stadtwerke weitere Herausforderungen: Eine Großbaustelle wird über die kommenden Jahren am Stromhafen eingerichtet bleiben. Die Uferbefestigung muss auf einem weiteren Teilstück erneuert werden. Der zweite Bauabschnitt wird hier in diesem Jahr begonnen. Weitere Investitionen sind für den Bereich Erweiterung der Lagerkapazitäten und strategische Entwicklung des Containerterminals geplant. Insgesamt planen die Stadtwerke 2019 rund 5 Millionen Euro in den Hafen zu investieren.

Bezüglich der Verlademengen ist das neue Jahr gut angelaufen. Im ersten Quartal 2019 wurden 777.200 t umgeschlagen. Dies entspricht einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 19 %. „Unser Ziel ist unverändert die Sparte Rheinhafen nachhaltig in die Wirtschaftlichkeit zu bringen. Unser Umsatzziel von knapp 8 Millionen Euro ist dabei herausfordernd und Petrus muss mitspielen.“, zeigen sich die Geschäftsführer Jan Deuster und Lars Hörnig für die zukünftige Entwicklung optimistisch.

Oberbürgermeister Achim Hütten betont als Aufsichtsratsvorsitzender die Bedeutung des kommunalen Binnenhafens für die Stadt und die gesamte Region: „Der Andernacher Hafen ist das Tor zur Welt für viele Unternehmen in der Region. Daher ist es wichtig, dass wir den Standort kontinuierlich weiterentwickeln. Mit den bereits durchgeführten und angedachten Investitionen ist der Andernacher Hafen für die Zukunft gut gerüstet.“

Informationen über Dienstleistungen des Andernacher Hafens und das Ausbildungsangebot zur Fachkraft für Hafenlogistik erhalten Interessierte unter www.hafen-andernach.de